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Rad-Reportagen Mallorca

Richtiges Verhalten nach einem Fahrradunfall: Anspruch auf Schmerzensgeld?

27.02.2019

So schön der Fahrradsport auch ist, wer am Straßenverkehr teilnimmt, geht immer auch das Risiko eines Unfalls ein. Ist ein Verkehrsunfall geschehen, ist es wichtig, den ganzen Vorgang ordentlich zu dokumentieren, damit der Geschädigte später seine Rechte geltend machen kann.

Jährlich passieren alleine in Deutschland mehrere zehntausend Verkehrsunfälle, in die Radfahrer verwickelt sind. Beim Zusammenstoß mit einem Pkw muss mit enormen Schäden gerechnet werden, insbesondere Personenschäden kommen durch den geringen Schutz der Radfahrer häufig vor. Rad-Mallorca.de zeigt, wie sich Betroffene nach einem geschehenen Unfall richtig verhalten, damit sie ein Schmerzensgeld nach Fahrradunfall beanspruchen können.

Checkliste Fahrradunfall: Beweissicherung am Unfallort

Wer seine Rechte auf Schadenersatz geltend machen möchte, sollte bereits am Unfallort darauf achten, alle Beweise zu sichern (z. B. Aufzeichnungen aus GPS-Geräten). Die folgende Checkliste hilft dabei:

  1. Fotos: Durch Fotos von der Unfallstelle sollte dokumentiert werden, wie der Unfall abgelaufen ist. Zudem sollten sie die entstandenen Schäden (am besten von beiden beteiligten Fahrzeugen) zeigen.
  2. Kfz-Kennzeichen: Zur Sicherheit sollte das Kfz-Kennzeichen der beteiligten Fahrzeuge notiert werden.
  3. Zeugen: Waren Personen in der Nähe (z. B. Passanten, andere Autofahrer), die den Unfallhergang beobachtet oder etwas mitbekommen haben? Die Kontaktdaten helfen später, deren Aussagen zu erfassen.
  4. Verletzungen: Um den Schadenersatzanspruch geltend machen zu können, sollten Verletzungen durch einen Arzt dokumentiert werden, auch wenn es dem Betroffenen auf den ersten Blick gut geht. Viele Verletzungen machen sich nicht sofort bemerkbar (z. B. Schleudertrauma).
  5. Unfallbeteiligte: Festzuhalten sind außerdem die Kontaktdaten aller Unfallbeteiligten. Hierzu gehören auch etwaige Mitfahrer im beteiligten Pkw.
  6. Kostenvoranschlag: Wurde das Fahrrad beschädigt, sollten diese Schäden nicht auf die Schnelle behoben werden. Wichtig ist, dass zunächst ein Kostenvoranschlag von einer Fachwerkstatt eingeholt wird.

Es besteht keine Verpflichtung, nach einem Verkehrsunfall die Polizei zu holen. Auf Nummer sicher gehen Betroffene jedoch, wenn sie die Behörden einschalten und eine Unfallaufnahme vornehmen lassen. Dies kann nämlich dazu führen, dass die Unfallstelle und Informationen von Zeugen professionell dokumentiert werden. Um die Polizei kommt der Betroffene nicht herum, wenn der Unfallgegner seine Beteiligung am Verkehrsunfall leugnet oder er seine Kontaktdaten nicht angeben möchte.

Schadenersatz nach Fahrradunfall: Wie man Schmerzensgeld bekommt

Falls der Betroffene bei dem Unfall verletzt wurde, steht ihm ein Anspruch auf Schmerzensgeld zu – dieses Recht schreibt ihm § 253 BGB zu. Wie hoch dieses ausfällt, orientiert sich einerseits von den Besonderheiten des Einzelfalls (z. B. Mitverschulden des Radfahrers), andererseits aber vor allem an der Schwere der Verletzungen. Auch wenn den Fahrradfahrer ein Mitverschulden trifft, beispielsweise wenn sich sein Fahrrad nicht in einem verkehrssicheren Zustand befunden hat, kann er Schmerzensgeld beanspruchen.

Auch wenn der Betroffene das Schmerzensgeld selbst einfordern könnte, lohnt sich die Investition in einen Anwalt – die Anwaltskosten muss ganz oder teilweise der Unfallgegner bezahlen, wenn das Gericht der Klage stattgibt. Der Anwalt kennt die einzuhaltenden Fristen, weiß mit den Schmerzensgeldtabellen umzugehen und kann die Forderung effizient einklagen.

©istock.com/humonia
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©istock.com/Toa55
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